Geschafft! Unser erster Tagesritt

Wanderreiten mit meinem Islandpferd in unserer schönen Heimat dem Naturraum Lausitzer Grenzwall.

Geschafft! Unser erster Tagesritt

Unser erster Tagesritt… Du kannst Dir nicht vorstellen, wie glücklich ich bin!

Lange geplant und immer wieder verschoben.

Nach gründlichem Training mit meiner Smila traute ich mich dann endlich, heute meinen ersten Tagesritt mit ihr alleine zu starten. Sie hatte so tolle Fortschritte unter dem Sattel und bei der Bodenarbeit gemacht, dass dieser Tour nichts mehr im Wege stand. Ausgesucht hatte ich diese Tour schon vor einiger Zeit, aber es war eher Träumerei. Ich hatte nicht gedacht, dass wir dieses Ziel noch dieses Jahr erreichen könnten. Schließlich hatte ich erst am Anfang des Jahres damit begonnen, Smila auf das Ausreiten vorzubereiten und die ersten kurzen Ausritte mit Hilfe meines Freundes zu starten.

Endlich startklar

noch sieht Smila etwas verschlafen aus

Passender hätte das Wetter nicht sein können:

Sonne. Angenehme Temperaturen. Windstill.

Ich hatte heute Urlaub, also ein langes Wochenende nach dem Tag der Deutschen Einheit. Ich wollte den Tag entspannt angehen und einfach die Zeit mit Smila genießen.

Ich fütterte unsere mittlerweile schon sehr kuscheligen Ponys und frühstückte ganz in Ruhe. Danach packte ich meine neuen Packtaschen.

Ein kleines Erste-Hilfe-Set musste mit. Außerdem etwas zu trinken für mich und Snacks für Smila und mich – also jede Menge Möhren für unterwegs.

Außerdem befestigte ich den kleinen Kompass an meinem Sattel, den mir mein Freund als Glücksbringer für unterwegs geschenkt hatte.

Heute sollte das erste Mal die selbstgemachte Befestigung für die Satteltaschen getestet werden. Ich war schon gespannt!

Durch das Naturschutzgebiet zum See

so schön und ruhig

Wir starteten unsere Tour wie immer zu Hause. Ich führte Smila zum Dorf hinaus, sattelte am Ortsausgang nach und stieg auf. Bis zum Wald und dem Abzweig, der zu unserer typischen Trainingsstrecke führte, war alles noch wie sonst auch. Doch heute folgten wir nicht dem Weg nach links, sondern dem Pfad nach rechts.

Ich bin das letzte Mal diesen Weg vor zwei Jahren mit der Kutsche entlang gefahren. Es ist ein sehr idyllisches Stück Wald, der zu dem Naturschutzgebiet gehört. Der erste Teil lud auch gleich zu einem kleinen Tölt mit Smila ein. Bis der Weg dann sehr zerfahren und löchrig wurde.

Da hatten wir dann auch die erste spannende Stelle auf unserem Weg. Bei einem der letzten Stürme sind hier einige Bäume umgefallen. Glücklicherweise lag davon keiner direkt auf dem Weg. Jedoch war durch einen Baum die Telefonleitung, die hier am Weg entlangführte, gerissen und lag auf dem Weg.

Das war mir dann schon etwas unheimlich dort vorbeizureiten, auch wenn es Smila kein bisschen gestört hatte.

Als wir aus dem Wald raus waren, trabten wir noch ein Stück den Feldweg entlang und waren auch schon bei dem Naturschutzzentrum Wanninchen angekommen. Dort war keine Menschenseele zu sehen. Schließlich ist es Freitagvormittag, also wunderte ich mich nicht.

Wir ritten weiter bis zum See. Von dort aus sollte ein Weg an diesem Tagebaurestloch entlang zum nächsten Ort führen. In dieser Ecke war ich noch nie unterwegs gewesen und kannte den Weg nur von Erzählungen und Karten.

am See angekommen

Unbekannte Wege

der neue Weg

Dieser Weg, dem wir dann folgten, wurde im Zuge der Tagebaurekultivierung angelegt und war ein recht breiter Schotterweg. Dort begegneten uns dann doch ein paar Menschen.

Eine Frau und ein Mann waren mit einem Labrador unterwegs gewesen. Das fand der Herdenschutzhund des Naturschutzzentrums, der die Schafe und Rinder bewachte, nicht so lustig. Diese Tiere haben entlang des Sees große Weideflächen und dienen gleich zur Landschaftspflege.

Der weiße Riese rannte am Zaun zum Weg entlang und beobachtete Pferd und Labrador ganz genau. Wir könnten ja seine Schafe essen wollen…

Smila beobachtete den rennenden Hund und ich frage mich, was sie wohl dachte… „Was macht der da bloß?“

Auch der kleinere Hund war nicht sonderlich beeindruckt und interessierte sich eher dafür, mal an der Smila zu schnüffeln. Doch das wäre für ihn sicher auch nicht so lustig geworden. Schließlich weiß ich ganz genau, dass sie am liebsten Hunden hinterherjagt. Herrchen und Frauchen passten aber auf, dass der Golgjunge nicht zu dicht an das Pferdchen geht.

Außerdem trafen wir auf dem neuen Weg einen Fahrradfahrer, der sehr beladen aussah und nett grüßte. Da fragte ich mich, wo er wohl herkommt und wo er hinwill. Ob es das Gleiche über uns dachte?

Der Weg war echt wunderschön grün und direkt am See. Nur leider war der Untergrund echt mies. Schotter. Wer kam auf diese gloreiche Idee?

Wir machten Halt an einer kleinen Hütte mit Aushängen und Informationen über den See für die Touristen. Dort gab es eine kleine Mittagspause für mich und Smila und natürlich die extra mitgenommenen Möhren für uns beide. Es war erstaunlich, dass Smila sich überhaupt nicht an den neuen Packtaschen störte. Schließlich hatten wir sie zum ersten Mal dabei gehabt.

Im Nachbarort unterwegs

Nach der Pause folgten wir dem Schotterweg weiter. Er hätte noch weiter an dem See entlang geführt. Ich wählte aber die Abzweigung zu unserem Nachbarort. Schließlich wurde unsere Runde schon lang genug heute.

Zivilisation in Sichtweite

Die Ortsstraße war ziemlich schmal und hatte nur einen schmalen Grünstreifen daneben. Wo es ging, nutzten wir natürlich diesen Streifen. Aber ich wollte auch nicht von den herunterhängenden Ästen vom Pferd gezogen werden.

Auch im Nachbarort war ich noch nie zu Pferd unterwegs gewesen. Wir suchten uns den Weg Richtung Feldweg, den wir schon ein paarmal entlang geritten sind.

Im Ort trafen wir auf einen Herrn, der sich für mein Pferd interessierte. Er erkannte sofort die Rasse von Smila und wollte wissen, ob ich sie denn schon mal zur Zucht zugelassen hatte. Komisch diese Frage… ich hatte mir darüber auch nie Gedanken gemacht. Das war für ihn irgendwie unverständlich. Wenn man schon mal eine Stute von einer beliebten Rasse hat…

Etwas später begegneten wir einem Abräumfahrzeug der Entsorgungsfirma. Smila lief brav auf dem Grünstreifen zwischen Hauswand und dem großen Laster, als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Links und rechts von ihr waren ungefähr 15 Zentimeter Platz. Diese Enge störte sie überhaupt nicht. Auch nicht das laute Fahrzeug.

Ich bin so froh so ein tolles Pferd zu haben!

Bekannte Wege nach Hause

Wir schlängelten uns durch das Dorf und fanden schließlich den angrenzenden Feldweg, den ich gesucht hatte.

In der Ferne wieherte ein Pony, dass uns gesehen hatte. Die zwei Warmblüter und die zwei Kaltblüter fanden die Spitzen der Grashalme interessanter. Smila lauschte interessiert, neue Freunde?

Wir ritten weiter und fanden einen unserer üblichen Ausreitwege. Dort wollte ich Traben, doch Smila hielt alle paar Schritte an. Ich verstand die Welt nicht mehr. Was war denn nun los? Das Spielchen ging eine Weile… ein paar Schritte… anhalten… ein paar Schritte…

Und irgendwann äppelte sie. Und alles war wieder wie immer. Und so seltsam das auch klingt: ich lachte.

Ich hätte auch mit ihr meckern können, warum sie sich so „doof“ verhielt, aber da zwickte das Frühstück wohl einfach nur im Bauch!

Danach trabten wir locker noch ein kleines Stück und gingen dann ganz entspannt am langen Zügel durch unser Dorf wieder zurück nach Hause.

Smila hat sich einen Snack verdient.

Wir wurden mit einem freudigen Wiehern der Stallkameraden empfangen. Ich ließ Smila im Vorgarten fressen und sattelte sie dort ab. Sie bekam die restlichen Möhren aus den Satteltaschen und wurde noch gründlich geputzt. Morgen bekommt sie definitiv Urlaub! Den sie sich auch verdient hat.

Neue Erkenntnisse

Der Ritt war super schön gewesen. Und Smila zeigte sich wie ein alter Hase unter dem Sattel. Doch eins bereitet mir Kopfschmerzen nach dieser Tour: ihre Hufe.

Barhuf unterwegs war für uns sonst immer unproblematisch. Aber nach der längeren Route mit teilweise Schotter und Teer sowie Kopfsteinplaster waren die Vorderhufe diesmal ziemlich ausgebrochen.

Ich hatte mich im Januar schon einmal beraten lassen zu dem Thema Hufschuhe. Da hieß es, ich würde für sie keine Schuhe benötigen, da das Hufmaterial gut ist und ihre Hufform auch gut aussieht.

Aber wenn ich sie mir jetzt anschaue, möchte ich mir dann doch einen Schutz für die Vorderhufe zulegen. Da muss ich mich demnächst genauer informieren, was man da machen kann und was für Smila die beste Variante ist.

Zu meiner Konstruktion der Satteltaschen kann ich aber sagen, dass es genau so gehalten hat, wie ich es mir gewünscht hatte.

 

Nun freue ich mich auf weitere schöne Ausritte in einem sonnigen Herbst und vielleicht dieses Jahr auch auf ein paar Ausritte im Schnee.

 

Was hast Du bereits auf deinen Ausritten erlebt?

Hast Du Erfahrungen mit Hufschuhen sammeln können?

Was war deine witzigste Situation unterwegs mit einem Pferd?

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